
Phil Libin, CEO von Evernote, hat sich heute Vormittag auf der LeWeb in Paris mit Loic Le Meur auf der Bühne unterhalten. Auf die Frage ins Publikum, wer von den Anwesenden Evernote nutzt, waren so viele Hände oben, dass Phil nur noch ein breites Lächeln auf seinem Gesicht hatte.

Und er hat allen Grund dazu: “Letztes Jahr, als wir hier gesprochen haben, hatten wir 5 Millionen Nutzer, und jetzt haben wir 20 Millionen“, sagt er strahlend, als er sich auf das Sofa auf der Bühne setzt. „Das ist die Anzahl unserer registrierten Nutzer. Die Frage ist: Wie verhalten sie sich?“
Eine Grafik zeigt die Prozentrate der Nutzer, die Evernote eventuell nach einer Zeit nicht mehr genutzt haben und dann zurückkommen. Die Zeitleiste geht nach Zugehörigkeitsmonaten, insgesamt sind es 3,5 Jahre. Das ist der Zeitraum, den Evernote bis jetzt messen kann.

„Nutzer, die Evernote verlassen, scheinen es zu vermissen und kommen zurück“, so Phil. Nach ca. 20 Monaten geht die Nutzerrate prozentual wieder hoch. Et voilà: Die Kurve geht wieder nach oben, die Grafik sieht jetzt wie ein „Lächeln“ aus. “Und das macht mich wirklich glücklich - und auch meine Aufsichtsratsmitglieder, denen ich auf unseren Meetings gerne ein “Lächeln” zeige”, fügt er verschmitzt hinzu.

Erstaunlich ist auch die Konvertierungsrate von der kostenlosen (Free) zur kostenpflichtigen Evernote-Version: Je länger Nutzer bei Evernote dabei sind, umso mehr lieben sie es und sind bereit zu zahlen. Nach einem Jahr sind es bereits 6% der Nutzer, nach 42 Monaten über 26%. Weltweit hat Evernote ca. 750.000 Premium-Nutzer.

Zusätzlich hat Evernote erst in diesem Jahr weitere Investitionen erhalten und das Unternehmen wächst unaufhaltsam. Hauptsitz ist in Mountain View, Kalifornien. Kürzlich eröffnete Evernote ein Büro in Austin, Texas. Außerhalb der USA hat Evernote Teams in Russland und Japan. In Kürze wird es auch ein Office in Europa geben.
Das Publikum der LeWeb kam außerdem in den Genuss, die neuen Evernote Apps, die gestern auf der LeWeb in Paris gelauncht wurden, von Phil persönlich vorgestellt zu bekommen: Evernote Food und Evernote Hello.
“Ich speichere selbst gerne Mahlzeiten ab, die ich esse. Mit Evernote Food kann ich Fotos machen, Notizen hinzufügen, mir merken, wo das Restaurant war - und alles zwischen den verschiedenen Evernote Apps synchronisieren. Das heißt, es werden alle Notizen angezeigt, die mit dem Event assoziiert sind, wer mit mir beim Essen dabei war oder meine in Evernote gespeicherten Reviews über das Restaurant.”
Hinter Evernote Hello steht die Idee, dass sich viele Menschen schwer Namen merken können. Dieses Problem wird mit “Hello” gelöst. Die App merkt sich neue Personen, die wir kennenlernen, über das Gesicht. Phil öffnet seine eigene “Evernote Hello” App und in einem Mosaik erscheinen alle Personen, die Phil gerade auf der LeWeb getroffen hat. Unter anderem Nicolas Sarkozy, bei dem Phil mit all den anderen Keynote-Sprechern gestern Nachmittag im Elysée-Palast auf einem Empfang eingeladen war.
Gerade auf Konferenzen ist die App wirklich praktisch: Die Frontkamera macht vier Fotos, die später in einer Slide-Show erscheinen. Die gerade getroffene Person gibt ihren Namen und Email ein - schon ist der neue Kontakt angelegt und in dem Foto-Mosaik integriert. Mit Evernote Hello kann man sich Menschen visuell merken, samt Kontext

Und wo geht’s hin? Evernote entwickelt sich von einer App zu einer wachsenden Plattform, bestehend aus vielen Apps. Mittlerweile sind es bereits sechs Evernote Apps, die Evernote selbst veröffentlicht hat: Die Basisanwendung Evernote, Skitch, Peek, Clearly, Food und Hello. Außerdem arbeiten weltweit 9000 Third-Party-Entwickler an Evernote-Integrationen über die offene API, was bis jetzt ca. 1000 Partneranwendungen (Apps, Hardware-Integrationen) hervorgebracht hat. Einige davon sind in der Evernote Galerie (Trunk) zu sehen.

“Unser Ziel ist es, ein Tool für den modernen Wissensarbeiter neu zu definieren. Wenn er fünf Minuten Zeit hat, kann er mit einer App spielen und sich die Zeit vertreiben. Falls er aber produktiv sein möchte, nutzt er Evernote.“